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Einsatz auf dem 1. Arbeitsmarkt

Die letzten drei Schuljahre (Klassenstufen 10 bis 12) beinhalten in besonderem Maße Angebote zur beruflichen Orientierung für die Jugendlichen. Durch Praktika in der Werkstatt für behinderte Menschen und in Betrieben sollen die Jugendlichen Vorstellungen vom Arbeitsleben entwickeln können. Im Unterricht der Werkstufe werden die jungen Erwachsenen auf einen Start in das Berufsleben sowie ein Wohnen in größtmöglicher Selbstständigkeit vorbereitet. David Mitscherling hat einen Einsatz auf einem Bauernhof mit viel Freude erlebt:

 

Davids Herz schlägt für große Tiere

„Die eine weiß-schwarze Kuh kam gleich zu mir und hat mich abgeleckt“, schwärmt David Mitscherling aus Neusalza-Spremberg. Die braunen Augen des 15-Jährigen strahlen und sein Mund verwandelt sich in ein breites Lachen. Er liebt die großen Tiere und ist begeistert, wenn er mittwochs zum Praktikum zu Landwirt Christoph Jentsch nach Seifhennersdorf fährt.

David besucht die Förderschule des Diakoniewerks Oberlausitz e. V. in Großhennersdorf. Seit diesem Schuljahr gibt es eine Neuerung für die Schüler der Werksstufe (10. bis 12. Klasse). Neben dem gewöhnlichen Unterricht absolvieren sie einmal pro Woche ein Praktikum. „Für die Schüler eine tolle Herausforderung, gut für ihr Selbstwertgefühl. Und sie erfahren, wozu man das Lesen und Rechnen braucht“, sagt Susanne Herrmann, Leiterin der Förderschule Großhennersdorf.

„Wie viel die Kühe fressen, muss der Bauer berechnen“, das hat David mitbekommen. Beim Bauen der Kuhweide musste der Jugendliche selbst zählen. „Immer sieben Schritte Abstand bis zum nächsten Weidepfahl.“ David freut sich schon, wenn die Kühe im Mai rausgelassen werden auf die Wiese. Bis dahin bekommen sie weiter Heu und Silo im Stall. Mit der Gabel schiebt David das Futter vor die hungrigen Mäuler der Wiederkäuer und streichelt sie ab und an liebevoll am Kopf.

Wie er sich den Kühen gegenüber verhalten soll, hat er von Christoph Jentsch gelernt. „Wenn ich mich von hinten der Kuh nähere, muss ich sie ansprechen und anfassen“, erklärt der 15-Jährige, der gerne noch öfter im Kuhstall helfen würde.

Das Praktikum motiviert ihren Sohn, dies spürt auch Silke Mitscherling. „Mittwochs erzählt er mir abends begeistert, was er auf dem Bauernhof erlebt hat.“ Vom normalen Schulalltag berichte er nicht so viel. „Und er möchte später in der Landwirtschaft arbeiten“, freut sich seine Mutter über das gesteckte Ziel.

 

Verfasst im März 2014